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Das mache ich

In diesem Beitrag erzähle ich euch, was ich als Interior Designer mache und wie ein Raumkonzept entsteht. 

Die Arbeit eines Interior Designers

Nach meiner berufsbegleitenden Ausbildung an der Schweizerischen Textilfachschule die drei Semester dauert (Abschluss im Januar 2019) nenne ich mich Interior Designer STF. Als Interior Designer plane und gestalte ich Innenräume für Geschäfts- und Privatkunden.

Meine Aufgabe ist es Räume so auszustatten, dass sie genau die Bilder und Emotionen auslösen, die sich der Kunde für seine eigenen vier Wände wünscht. Dabei spielt es keine Rolle ob es sich um einen Neubau oder ein bestehendes Objekt handelt. Es ist überall das Ziel harmonische und funktionale Räume zu gestalten, die den Bedürfnissen des Kunden entsprechen.

Ein Beispiel. Ein Ehepaar möchte sich in ihrer Wohnung wie in einem Chalet in den Bergen fühlen. Nun liegt es an mir die richtigen Farben, Materialien, Leuchtmittel und Möbel vorzuschlagen, um Herr und Frau Müller das Gefühl zu übermitteln sie seien in einem Chalet in den wunderschönen Schweizer Bergen sobald sie ihre Wohnung im hektischen und lauten Kreis 4 betreten.

Moodboard

Raumkonzept Chalet Inneneinrichtung Moodboard

In einem Moodboard sammle ich Bilder von Stimmungen die ich erzeugen möchte und ergänze diese mit Materialmustern, Stoffen, Farben und teilweise auch bereits mit Produktbildern. Das Moodboard dient für alle weiteren Ideen und Arbeiten an diesem Projekt als Leitfaden und definiert die Leitplanken. 

Die weiteren Schritte in der Erarbeitung des Raumkonzeptes zeige ich anhand eines Arbeitszimmers. Also weg vom Chalet, rein ins Office. 

Raumkonzepte erstellen - Arbeitszimmer

Sobald die Richtung in die das Design gehen soll definiert ist, entstehen weitere Ideen für das Raumkonzept. Skizzen oder andere Formen der Visualisierung - wie beispielsweise 3D-Visualiserungen mit SketchUp wie ich sie für meine Semesterarbeit erstellt habe - helfen, sich den Raum und deren Masse und Proportionen besser vorstellen zu können. Bei manchen Problemstellungen kann auch die Darstellung eines Grundrisses hilfreich sein (siehe Blogbeitrag). 

Skizze Raumkonzept Arbeitszimmer
Skizze für ein Arbeitszimmer
Farbkonzept Raumkonzept Arbeitszimmer
Farbkonzept

Parallel dazu entsteht ein Farbkonzept. Vorhandene Farben wie die von nicht veränderbaren Bodenbelägen oder vorhandenen Möbeln werden integriert. Bei jeder Umsetzungs- oder Farbidee geht es immer wieder zurück zum Moodboard um zu überprüfen, ob sie in die geplante Stimmung passt. 

Möbelauswahl

Ganz am Schluss werden passende Möbel definiert. Hier finde ich es hilfreich, alle ausgesuchten Elemente in ein Dokument einzufügen um nochmals das Zusammenspiel von Farben, Formen und Materialien zu überprüfen. 

Möbel Raumkonzept Arbeitszimmer
Möbelauswahl. Alles von IKEA.

Das Konzept für dieses Arbeitszimmer habe ich spontan erstellt, als der neue IKEA-Katalog ins Haus geflattert kam. Wenn ich Platz für ein Arbeitszimmer hätte, würde es so aussehen: Klein, fein, organisiert, kreativ und mit einem Hauch von Wohnzimmer-Atmosphäre.

Raumkonzept im Schnelldurchlauf - nicht so in der Praxis

Die oben beschriebenen Schritte zeigen in extrem zusammengefasster Form auf, wie ein Wohnkonzept entsteht. So schnell und easy geht es aber nicht vonstatten. Es benötigt viele weitere Prozessschritte vor und während der gesamten Erarbeitung, wie beispielsweise eine Raumanalyse oder die Bestandsaufnahme. In der Projektarbeit meines 2. Semesters sind alle einzelnen Schritte dokumentiert (ab Blogbeitrag).

Interior Design versus Innenarchitektur

Meine Interior Design-Ausbildung ist nicht zu vergleichen mit dem Studium der Innenarchitektur das Vollzeit drei Jahre dauert. In unseren drei berufsbegleitenden Semestern erreichen wir nicht annähernd den Wissensstand, welchen sich Innenarchitekten in ihrer Studienzeit aneignen. Das Studium der Innenarchitektur geht viel tiefer in die Materie und setzt zudem einen Schwerpunkt auf Konstruktion und technische Umsetzungen.

Drehscheibenfunktion

In meiner Arbeit als Interior Designer kann ich aber - nebst der Designarbeit - eine Schnittstellenfunktion zwischen dem Kunden, dem Architekten und diversen Fachkräften übernehmen und so alle Fäden in der Hand halten.

Könntet ihr euch vorstellen für ein nächstes Projekt mit einem Interior Designer zusammen zu arbeiten oder was haltet euch davon ab? Ich bin gespannt auf eure Antworten!

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